Gemeinsam besser

Das junge Schulkind

Bis zum siebten Lebensjahr haben die Kinder vieles gelernt, viele Entwicklungsschritte durchlaufen und sie bringen jetzt Kompetenzen mit, die sie für einen erfolgreichen Schulbesuch qualifiziert. Sie sind gruppenfähig, können sich schon über einen längeren Zeitraum konzentrieren, können ihren eigene Standpunkte vertreten, eigene Bedürfnisse eine gewisse Zeit zurückstellen, sich innerhalb einer Gruppe durchsetzen, durch differenzierte Sprache Gefühle und Stimmungen mitteilen und sie sind auch in der Lage sachorientiert zu denken. Die Grundschulkinder haben gelernt sich auf ein Thema zu konzentrieren und dabei Erkenntnisse, die sie in ähnlichen Situationen erlangt haben einfließen zu lassen. In der täglichen Schulsituation ist es nun in der Lage seine Leistungen mit denen anderer Schüler zu vergleichen, sie registrieren ihr Können aber auch ihr Versagen. Das Kind entwickelt Ehrgeiz und zieht sich bei Versagen zurück. In diesem Entwicklungsabschnitt ist es besonders wichtig die richtigen Reize für das Kinder zu schaffen und auch für Erfolgserlebnisse zu sorgen, dem Kind bei auftretenden Schwierigkeiten zu signalisieren, diese Arbeit fällt dir im Moment schwer, du hast aber Stärken auf anderen Gebieten. Neu ist für das Kind die feste Regelung seines Tagesablaufes, dies führt dazu, dass feste Regeln und Zeiten notwendig werden. Mit dem Schulbeginn beginnt auch eine neue Zeit voll mit neuen Eindrücken und Erlebnissen für das Kind, aber auch der Leistungsdruck wird für die Kinder spürbar. Allein die Anzahl der neuen sozialen Kontakte stellt für sie eine Herausforderung dar. Die Phase der emotionale Kommunikation die im Alter zwischen fünf und sieben Jahren abgeschlossen wird, ist Voraussetzung für die Schulfähigkeit des Kinder. Auch wenn es noch im Spiel aufgehen kann, ist es schon durch die Entwicklung neuer geistiger und moralischer Kompetenzen wie Gleichheit, Gerechtigkeit, Verpflichtung in der Lage Gemeinschaftsgeist zu entwickeln und eigene Bedürfnisse und Wünsche hintenan zu stellen, es erlebt sich nicht mehr nur als Individuum, sondern auch als Teil einer (seiner) Gruppe, dafür ist es jetzt auch von seinem Enwicklungsstand aus in der Lage Verzicht zu üben. Grundschulkinder gestalten ihren Lebensraum zunehmend selber aktiv mit, sie sind jetzt nicht mehr in diesem Maße auf ihre Bezugspersonen angewiesen, sie werden autark, dies verändert auch ihre Stellung innerhalb der Familie, sie werden kritischer, bringen eigene Ideen und Vorstellung ein. Der Kontakt mit Gleichaltrigen gewinnt immer mehr an Bedeutung. Soziale Kompetenzen müssen erworben werden um in der Gruppe zurecht zu kommen. Waren die Kinder im Kindergarten die „Großen“ sind sie mit Eintritt in die Grundschule wieder die „Kleinen“, dies führt zu notwendigen Veränderungen ihres Verhaltens. Die Kinder benötigen in der ersten Zeit nach der Einschulung viel Zuwendung und Aufmerksamkeit um den Übergang vom Kindergarten zur Schule gut meistern zu können. Diese Übergänge bieten auch neue Chancen für das Kind, die Würfel werden neu gemischt, Fähigkeiten erst jetzt entdeckt. Obwohl das Kind in seinem Leben einen Rahmen als Sicherheit braucht, verspürt es jetzt den Drang nach neuen Herausforderungen in geistiger, körperlicher und emotionaler Ebene. Wie die Entwicklung in allen Bereichen eines Kinders verläuft hängt nicht nur von seinen Veranlagungen und seinem individuellem Tempo sondern in hohem Maße von seiner Umwelt, den Anregungen und Förderungen, den Ansprüchen des Elternhauses, der Gesellschaft und Kultur in der es aufwächst ab.
Die Kinder im Alter von 7- 10 Jahren denken immer sachorientierter. Sie erkennen Regel-mäßigkeiten und Zusammenhänge und machen sich dies zu nutzen. Ihr Interesse an kleinsten Unterschieden ähnlicher Dinge wird größer, so sammeln Kinder in diesem Alter oft Dinge wie Steine, Muscheln, Briefmarken, alles Dinge einer Gruppe, die sich doch im Detail unterscheiden, hierin liegt der Reiz für die Kinder. Gleichzeitig bestimmt es Dinge nach ihren Merkmalen. Sie sind nun auch in der Lage abstrakt zu denken, sie können sich ein Geschehen vorstellen und Folgen daraus erkennen ohne diese Situation je direkt erlebt zu haben. Mit zunehmendem Alter sind sie in der Lage strategisch vorzugehen, die berücksichtigen Unsicherheitsfaktoren bevor sie Entscheidungen treffen. Auch das Interesse ihrer Gruppe, zu der sie sich dazugehörig fühlen, werden bei Entscheidungen mit berücksichtigt. Freundschaften werden beständiger und unterliegen nicht täglichen Schwankungen. Die Kinder können bewusst auf Entscheidungen verzichten, wenn sie erwarten, dass diese Entscheidung für andere negative Folgen hat. Das Gedächtnis arbeitet besser und den Kindern gelingt es immer besser, Probleme zu definieren und Lösungsstrategien zu erarbeiten. Sich selbst und anderen begegnet das junge Schulkind zunehmend kritischer, Verhalten und Fähigkeiten werden analysiert und eingeordnet und bewertet. Die Gleichaltrigen gewinnen immer mehr an Einfluss und dienen der Orientierung, gleichzeitig beginnt ein Abgrenzungsprozess gegenüber den Eltern und der Familie. Die Schule als Lebensraum hat einen enormen Wert für die Kinder, hier wird Sozialverhalten in jeder einzelnen Stunde geübt, hier erfährt das Kind seine Stellung in der Schulklasse, hier lernt es Allianzen einzugehen um Vorteile zu erlangen. Je älter das Kind wird, je weiter plant es in die Zukunft mit seinem Handeln und ist auch in der Lage einen Alternativplan zu erarbeiten, falls unvorhergesehen Änderungen sich ergeben. Immer weniger wird dem Zufall überlassen. Neben den Erfahrungen der Anderen, die es jetzt mit in seine Überlegungen einbezieht wird es durch das Erlernen des Lesens unabhängiger von der Wissensvermittlung durch die Erwachsenen. Interessiert es sich für Saurier kann es alles Wissenswerte selbst lesen und so sein Horizont nach eigenem Interesse erweitern. Das Kind kann sich selber bilden, es kann bewusst Einfluss auf Wissenserlangung nehmen, es kann mitentscheiden, was es lernt. Dem Grundschulkind gelingt es immer mehr Gegenstände nach ihren Merkmalen zu bestimmen. Gegen Ende der Grundschulzeit gelingt den Kindern eine Einordnung von Begriffen in Kategorien. Von großer Wichtigkeit ist in dieser Zeit die emotionale Geborgenheit und Angenommen werden des Kindes durch das pädagogischen Personals an der Schule. Denn die erwachsenen Bezugspersonen hier spielen eine große Rolle, so lernen Kinder auch, um ihrer Lehrerin zu gefallen und ihr eine Freude zu machen. Ohne diese Sicherheit einer emotionalen Bindung fällt es den Kinder viel schwerer Neues zu lernen und neues zu erproben. Die Sprache wird immer differenzierter und die Kinder sind in der Lage sich sprachlich auf ihr Gegenüber einzustellen. Auch sind viele Kinder in diesem Alter sozial so kompetent, dass sie andere Kinder bei Problemen unterstützen. Sprache wird zum bevorzugten Träger von Informationen und Fragen. Das Interesse der Kinder umfasst immer mehr Gebiete, vieles was bis hierhin einfach hingenommen wurde wird hinterfragt oder in Frage gestellt.
Je älter das Schulkind ist, desto realistischer schätzt es seine eigenen und die Leistungen der Mitschüler ein. Auch sind ältere Grundschüler schon in der Lage das pädagogische Personal zu beurteilen. Eingefärbt ist diese Beurteilung bei jüngeren Schulkindern aber noch von der starken emotionellen Bindung an ihre Bezugsperson. Eigene Emotionen werden im Laufe der Grundschulzeit immer mehr kontrolliert, schon sechsjährige Kinder wissen, dass das Gesagte, die Mimik und die Gestik nicht mit der Wahrheit übereinstimmen müssen. Emotionale Kompetenz macht sich positiv für das Kind bemerkbar. Ist es in der Lage seine Gefühle zu steuern, kann es sich in Mitschüler hineinversetzen, zeigt es überwiegend positive Gefühle wird es in der Gruppe anerkannt, wird selbstsicherer und kann so auch bessere Schulerfolge erzielen. Im Alter von sechs bis zehn Jahren spielt der Wettbewerb bei den Kindern eine neue Rolle. Sie entwickeln Ehrgeiz, fehlt es bei einem Kind an emotionale Kompetenz besteht die Gefahr der Isolation innerhalb der Gruppe. In Regelspielen trainiert das Kind so seine soziale Anpassungsfähigkeit. Es lernt im Spiel zu verlieren und trainiert so seine Frustrationstoleranz, es lernt Niederlagen zu ertragen. Die Leistungsmotivation in diesem Alter ist hoch, ist das Ziel aber zu hoch gesteckt besteht die Gefahr der Resignation bei ausbleibenden Erfolgen. Mit ca. zehn Jahren sind die Kinder in der Lage Schulleistungen und erhaltene Noten als Ergebnis ihrer eigenen Fähigkeiten zu verstehen. Kinder brauchen Vorbilder, Orientierungshilfen und Leitbilder, die ihnen Halt bieten und ihnen eine Richtung vorgeben

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