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Fröbel – Der große deutsche Pädagoge

Ulla

Fröbel
Der große deutsche Pädagoge

Fröbels Werk ist auch heute noch bekannt und genießt weltweit großes Ansehen. Von seinen Anhängern wurden seine Ideen, wie die frühkindliche Förderung und die von ihm entwickelten pädagogischen Grundformen1 in die Welt getragen. Viele pädagogische Einrichtungen tragen, ihm zur Ehre und zum Dank für sein Werk, seinen Namen. Die von ihm entwickelnden Spiel- und Lernmaterialien findet man heute noch in Fröbel-Kindergärten, denn ihre Funktionen sind zeitlos und kindgerecht. Das kindliche Spiel war für ihn nicht, wie viele seiner Zeitgenossen empfanden, vertane Zeit, sondern barg die Möglichkeit, als typische kindliche Lernform, das Leben zu begreifen2 und Wissen zu erlangen. Fröbel gilt als der Begründer des Kindergartens und der Erzieherausbildung,
Friedrich Wilhelm August Fröbel wurde am 21. April 1782 in Oberweißbach bei Rudolestadt geboren. Seine Kindheit wird durch den frühen Tod seiner Mutter im Alter von neun Monaten bestimmt. Er ist das jüngste Kind von sechs Kindern. Meist sich selber überlassen und der Mutterliebe entbehrend, wächst er im Haushalt seines Vaters, eines Pfarrers, auf. Dieser heiratet drei Jahre nach dem Tod seiner Frau erneut. Die neue Frau seines Vaters ist Fröbel keine gute Mutter. Sie behandelt ihn sehr distanziert und verwehrt ihm das Du als Anrede. So ist der junge Fröbel oft sich selber überlassen und sucht Trost und Antworten in der Natur. Er wird als schwieriges Kind beschrieben und verlebt keine schöne Kindheit. Den frühen Verlust der Mutter und seine Einsamkeit in frühster Kindheit waren wohl mit ausschlaggebend für seine Berufswahl. Fröbels Liebe zur Natur und sein Fragen nach Zusammenhängen und Sinn des Lebens zeigen ein nachdenkliches, introvertiertes und sensibles Kind. Durch die dogmatische Religiosität des Vaters fühlte sich der junge Fröbel geängstigt, dieser Vater gab ihm nicht die fehlende Liebe und Zuwendung, die das Kind suchte und benötigte. Durch fehlende soziale Kontakte zu Gleichaltrigen, Fröbel durfte nicht mit den Dorfkindern spielen, gewann er ein inniges Verhältnis zu der, ihn umgebenden, Natur. Hier beobachtete er Zusammenhänge und erfuhr, dass jedes Ding in sich das ganze Universum trägt und gleichzeitig auch Teil des Universums ist. Hier liegen auch die Ursprünge seiner philosophischen Gedanken zu seinem Sphäregesetz von 1811, eines Versuchs Einheit und Mannigfaltigkeit und Unendlichkeit in der Natur zu erklären. Die Gedanken Fröbels in seinem Sphäregesetz zeigen auch seine tiefe Gläubigkeit und seine Ehrfurcht vor der Schöpfung Gottes. Der junge Fröbel sieht die Wunder der Natur und erkennt einen Plan in darin. Die Natur gibt ihm Trost und regt sein Denken an. Hier ist er auch seiner geliebten Mutter, die er schmerzlich ermisst, nahe. Er glaubt, durch das von ihr empfangene Gemüt, mit ihr auf ewig verbunden zu sein, er trägt sie ein Leben lang in seinem Herzen.
1792 holt ihn sein Onkel, Superintendent Johann Christoph Hoffmann in sein Pfarrhaus nach Stadt Ilm. Hiermit veränderte sich das Leben von Fröbel entscheidend. Er blühte auf und genießt seine neue Freiheit. Nach erlebnisreichen Lehr- und Wanderjahre übersiedelte Fröbel1805 nach Frankfurt/Main, um dort Architektur zu studieren. Hier kam er zum ersten Mal in Kontakt mit den Reformern pädagogischer Ansichten. Dies beeindruckte ihn sehr und er beschloss, nachdem er Pestalozzis pädagogische Prinzipien in der Musterschule in Frankfurt kennengelernt hatte, Lehrer zu werden. Er hatte das Gefühl für diesen Beruf berufen zu sein, als wäre dies seine Bestimmung. „…es war mir, als wäre ich schon längst Lehrer gewesen und eigentlich für dieses Geschäfte geboren…es schien mir, als hätte ich nie in einem anderen Verhältnis als diesem leben wollen“ (Lange, 1863). Zu Fuß wanderte er nach Iferten um dort die Arbeit und die Prinzipien Pestalozzis kennen zu lernen. Der Aufenthalt dort war für ihn beeindruckend, er fühlte sich hin und her gerissen durch das Erlebte und die Fragen, die sich für ihn dadurch aufwarfen. 1806 trat er die Stelle eines Hauslehrers bei der Familie Holzhausen an. Mit den Kindern der Familie zog er von der Stadt aufs Land, um nach den pädagogischen Prinzipien eines Landlebens Rousseaus, alle schlechten Einflüsse der Umwelt bei der Erziehung der Kinder auszuschließen. Der Bezug zur Natur stand für Fröbel im Zentrum seiner Unterrichtsmethoden in Form von körperlicher Ertüchtigung und dem Umgang mit Naturmaterialien.
1808 reiste Fröbel mit den drei Söhnen der Familie Holzhausen nach Iferten, um dort in der Lehranstalt Pestalozzis die Erziehung und Bildung der Jungen fortzusetzen. Aber Machtkämpfe und Auseinandersetzungen innerhalb der Lehrerschaft bewegten Fröbel diese Einrichtung mit seinen Schützlingen nach zwei Jahren wieder zu verlassen. Tiefgreifende Konflikte mit Pestalozzi machten ein Bleiben für Fröbel nicht möglich. Er war ein Schüler Pestalozzis, der dessen Verdienste erkannte, aber auch Kritik an ihm geäußert. Noch ein Jahr blieb er als Hauslehrer bei der Familie Holzhausen um dann in Göttingen und Berlin sein abgebrochenes Studium wieder aufzunehmen und gegen Napoleon in den Krieg zu ziehen. Nach seinem Studium der Mineralogie arbeitete er als Assistent an diesem Institut. Sein Plan ein wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen verwarf er, als er die drei Kinder seines verstorbenen Bruders aufnahm, um sich ihrer Erziehung zu widmen. 1816 gründete er die Allgemeine deutsche Erziehungsanstalt. Mit dieser Gründung hatte er eine Bildungs- und Erziehungseinrichtung ins Leben gerufen, die für spätere Landeserziehungsheime beispielhaft sein würden, so war der Umgang zwischen Lehrern und Schülern kameradschaftlich, körperliche Ertüchtigung spielte eine große Rolle, es gab einfache Kleidung und regionales Essen, die Kinder sollten ein einfaches, naturverbundenes Leben dort führen.
Im Jahr 1818 heiratete er Wilhelmine Hoffmeister in Berlin, die Ehe blieb kinderlos.
1826 publizierte Fröbel die Menschenerziehung, sein bedeutendstes Werk und gründete die Wochenschrift Die erziehenden Familien.
In der Menschenerziehung zeigt er schon am Anfang deutlich auf, dass nach seiner Ansicht Gott nicht nur Urgrund allen Seins sondern auch Urgrund aller Erziehung ist. Seiner Meinung nach hat jeder Mensch göttliches in sich, dies bewusst heraus zu gestalten ist seine Lebensaufgabe. Somit ist Ziel aller Erziehung, den Menschen zu erheben, einer, ihm eigenen Bestimmung zuzuführen, ihn zur freien Darstellung des in ihm wirkenden Göttlichen zu befähigen (vergl. Berger, S. 3). Daher empfiehlt Fröbel in der Erziehung des kleinen Kindes nur behütend, beschützend, nicht vorschreibend, bestimmend, ergreifend einzuwirken, gleichsam dem Gang der Natur folgend.
Mit Entschiedenheit wehrt sich Fröbel gegen die Annahme, Spiel des Kindes wäre nur Spielerei und Müßiggang. Er sah in dem Spiel der Kinder vielmehr die Notwendigkeit und die Chance die Welt kennenzulernen und sich selbst zu finden. „ Spielen, Spiel ist die höchste Stufe der Kinderentwicklung, der Menschenentwicklung dieser Zeit; denn es ist freitätige Darstellung des Inneren, die Darstellung des Inneren aus Notwendigkeit und Bedürfnis des Inneren selbst, was auch das Wort Spiel selbst sagt.“ (Lange, 1863, S. 33) Fröbel fordert die Eltern auf das Spiel ihrer Kinder zu pflegen und zu nähren, ihm die Bedeutung zu zugestehen, die ihm in der Erziehung der Kinder zukommt. „ Die Spiele diesen Alters sind die Herzblätter des ganzen zukünftigen Lebens“ so formulierte Fröbel die Bedeutung des Spieles für das ganze Leben (Lange, 1863, S. 34)
Fröbel war der Überzeugung, dass Erziehung ein gemeinsames Werk von Elternhaus, Kindergarten und Schule sei. Ein Höhepunkt seiner Arbeit und vielleicht sein größter Verdienst, der auch heute noch von größter Bedeutung ist, ist die Gründung des Kindergartens 1840 in Deutschland und die damit verbundene gezielte Förderung der Vorschulkinder. Im Kindergarten sollten die edelsten Gewächse unter Anleitung erfahrener und einsichtiger Gärtner in einem geschützten Raum zum blühen und gedeihen gebracht werden, dort sollen sie von innen heraus gebildet werden. Kinder, so fordere Fröbel, sollten dort durch geplante Bewegungs- und Geistesspiele in der Gruppe sowie Sprüchen und Kinderliedern ihrem Alter entsprechend umfassend angeregt und angeleitet werden und all dies mit Blick auf und im Einklang mit der Natur. Die dazu benötigten Spiel-, Beschäftigungs- und Bildungsmittel werden die Entwicklung des Kindes durch eigene Erfahrung mit verschiedensten Materialien und Formen fördern. Spielmaterial wurde von ihm und seinen Mitstreitern nach dem Vorbild der Natur konstruiert. Zwei Jahre später, 1882 gab es die ersten Kindergärtnerinnenkurse in Blankenburg. Fröbel erkannte, dass eine fundierte Ausbildung der Erwachsenen zur optimalen Förderung der Kinder notwendig ist. 1850 gründete er die erste Schule für Kindergärtnerinnen.
Am 21. Juni 1852 verstarb Fröbel in Marienthal.

Literaturverzeichnis

Berger, M. (kein Datum). Kindergartenpädergogik-Online-Handbuch. (M. R. Textor, Herausgeber) Abgerufen am 2011. 3 23 von Fiedrich Fröbel- Sein Lebenswerk und sein erzieherisches Wirken: www.kindergartenpaedergogik.de/131.html
Lange, W. (1863). Friedrich Fröbels gesammelte pädagogische Schriften. Erste Abteilung: Friedrich Fröbel in seiner Entwicklung als Mensch und Pädagoge. Zweiter Band. Berlin.

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