Gemeinsam besser

Pestalozzi – Mit Kopf, Herz und Hand

Geschichte und Theorie von Erziehung und Bildung Pestalozzi Mit Kopf, Herz und Hand Diese Einheit soll den Menschen befähigen, sich selbst zu werden

Wer war Pestalozzi, was hat ihn zum Reformer werden lassen und welche Lösungen und
Anregungen für die Erziehung der Kinder und auch allgemein für das Leben hat er uns noch
heute zu bieten?

1. Biographie von J.- H. Pestalozzi………………………………………………………………..3
2. Pestalozzis Verdienste in der Pädagogik……………………………………………………6
Literaturverzeichnis………………………………………………………………………………….. 7

1. Biographie von J.- H. Pestalozzi Wer war Pestalozzi und was zeichnet diesen Mann auch noch nach so vielen Jahren aus?
Es ist sein Glaube daran, etwas zu bewegen und zum Besseren wenden zu können. Er ist
Idealist und voller Pläne und Ideen. Er will helfen, das Elend der Landbevölkerung zu lindern,
er will Hilfe zur Selbsthilfe leisten und so die Bauern und den Ärmsten ein
menschenwürdiges Leben schenken. Er liebt die Menschen als ein Teil der Natur Gottes. Die
Natur ist ihm hier in vielem Vorbild Er stößt immer wieder auf Unverständnis und Skepsis,
wird enttäuscht und falsch verstanden, scheitert. Er glaubt aber an seine Visionen und ist
voller Liebe für die ihm Anvertrauen. Er sorgt nicht nur für sie, sondern er glaubt auch an sie.
Er weiß, sie sind nicht nur schlecht, es fehlt manchmal noch an Gutem und Erziehung. So
kann er die Kinder dazu bewegen nach seinen Ideen und Methoden zu lernen. Pestalozzi
schafft es auch, andere von seinen Ideen zu begeistern und findet Mitstreiter und
Unterstützer für seine neuen Methoden der Erziehung und des Lernens. Er richtet Schulen
ein und entwickelt immer neue Methoden des Lernens. Er scheitert in den Jahren häufig in
seinen Unternehmungen und dies führt bis zum existentiellen Bankrott. Schuld daran ist sein
naives Vertrauen, dass er Menschen schenkt, die vorgaben ihn unterstützen zu wollen. Auch
in wirtschaftlicher Hinsicht agiert er naiv und wenig durchdacht. Aber auch seine Tätigkeiten
als Politiker und Sozialreformer machten ihn bekannt. 300 Werke hat Pestalozzi uns
hinterlassen.
Der Schlüssel zum Verständnis Pestalozzis Werk und Leben liegt im Verhältnis zu seiner
Mutter, seinem Vater und seinem Großvater und der Magd Babeli und muss
Zeitgeschichtlich betrachtet werden. Was befähigte und ermutigte ihn revolutionäre Wege in
Erziehung und Bildung zu gehen? Pestalozzi lebte in einer Zeit des geistigen und politischen
Umbruchs. Durch die Französische Revolution wandelte sich die Gesellschaft von einer
feudalen in eine bürgerliche. Vieles war im Wandel und es war an der Zeit für neue Ideen in
vielen Bereichen des Lebens. Pestalozzis Vorschläge zur Lösung von Problemen sind
Zeitgebunden, die Fragen die er aufgeworfen hat aber Zeitlos.
Am 12. Januar 1746 wurde Johann Heinrich Pestalozzi in der Wohnung seiner Eltern in
Zürich geboren. Die Familie besaß das Stadtbürgerrecht, was einige Privilegien beinhaltete.
So war es zur damaligen Zeit nur den Stadtbürgern erlaubt Handel zu treiben und
weiterführende Schulen zu besuchen. Es war erstrebenswert Stadtrechte zu besitzen Die
ökonomische Situation der Familie Pestalozzi war nicht gut, sie verschlechterte sich aber
noch, nachdem der Vater, als Pestalozzi fünf Jahre alt war, verstarb. Von seinen sieben
Geschwistern überlebten nur zwei. Unter ärmlichen Verhältnissen wuchs Pestalozzi unter
der Obhut der Mutter und einer Magd auf. Die Magd hatte Pestalozzis Vater vor seinem
Tode versprochen, der Mutter seiner Kinder unterstützend zur Seite zu stehen. Pestalozzi
verlebte seine Kindheit ängstlich behütet und eingeengt. Er beschwerte sich später über
diese öde Langeweile und die Erfahrungseinschränkungen dieser Zeit. Zu Gleichaltrigen
hatte er kaum Kontakt und fühlte sich auch von diesen unverstanden und ausgegrenzt. Zu
seinem Großvater, einem Pfarrer, pflegte er eine innige Beziehung. Ihn besuchte er oft auf
dem Lande und erlebte so Natur und Weite, sah aber auch die Unterdrückung der
Landbevölkerung. Von ihm hat er seine Liebe und sein Verantwortungsbewusstsein für die
arme leidende Bevölkerung und den tiefen Glauben an Gott. Dieser Mann prägte allein durch
sein Vorbild Pestalozzi, er war Personifikation der Gerechtigkeit und moralische Symbolfigur
für ihn. Ein völlig unzureichendes Bildungssystem damals verstärkte die Abhängigkeit der
Landbevölkerung von den Herrschenden. Pestalozzi kritisierter die vorhandenen Schulen
wegen ihrem mangelnden Bezug zur Realität. Nach seinem Studium der Theologie
absolvierte er eine Ausbildung in Landbau und bewirtschaftet sein eigenes Land. 1770
kommt sein Sohn, den er aus Respekt nach Rousseaus Hans Jakob nennt, zur Welt. Die
große wirtschaftliche Not der Kinder der Landbevölkerung veranlasst Pestalozzi 1774 seinen
Hof in ein Armenhaus für Kinder umzuwandeln. Pestalozzi wollte für diese Kinder mehr als
nur eine kurzfristige Versorgung mit Nahrung und Kleidung. Seine Erziehung sollte die
Kinder in die Lage versetzen sich als Erwachsenen in ihrem Umfeld selber zu versorgen. Da
er von staatlicher Stelle keine Unterstützung erhielt musste er seine Erziehungsanstalt aus
finanzeilen Gründen auflösen. Was er in der Praxis aus diesem Grund nicht umsetzen
konnte setzte er literarisch in den folgenden Jahrzehnten um. So entstanden seine Werke
wie: Lienhard und Gertrud, Meine Nachforschungen über den Gang der Natur in der
Entwicklung des Menschengeschlechts, die Abendstunde des Einsiedlers. In den nächsten
Jahren folgten weitere Versuche Schulen für arme Kinder einzurichten, aber erst nachdem
die Schweizer Zentralregierung Interesse an seiner ganzheitlichen Erziehung und seinen
Unterrichtsmethoden beim Lesen- und Schreiben lernen zeigt wurde diese Methode an
einigen Elementarschulen eingeführt. Nach 1880 erhielt er die Erlaubnis ein
Schulmeisterseminar in Iferten zu gründen. Das methodische Programm bedient sich dem
Prinzip der Anschaulichkeit. In der Publikation Wie Gertud ihre Kinder lehrt wird dieses
Modell erläutert. Das Lehrerseminar erlangt viel Interesse europaweit und wird zum
pädagogischen Zentrum der Reformer. Interne Zwistigkeiten und mangendes Management
der Finanzen führen 1825 zur Schließung der Einrichtung. Johann Heinrich Pestalozzi wird
81 Jahre alt, was für die damalige Zeit ein gesegnetes Alter war. „ Er gilt als der größte
Schweizer Volkserzieher, einer der größten europäischen Erzieher und darüber hinaus
weltweit als der Klassiker der Pädagogik.“ (Adl-Amini, 2001, S. 19) Am 17.2.1827 stirbt er in
Brugg.

Das Werk Pestalozzi, des wegweisenden Erziehers, Lehrers und Reformators, muss im
zeitlichen Kontext gesehen werden. Er gilt als Vater der Sozialpädagogik. Pestalozzi hat sich
zeitlebens für die Ärmsten, die Bedürftigen eingesetzt. Er wollte die Lebensbedingungen der
Bauern verbessern, ihren Stand aber nicht, hier unterscheidet er sich von Rousseau,
abschaffen. Er betrachtete den Mensch ganzheitlich und erkannte, dass nur die Förderung
von Kopf, Herz und Hand zu einem gut erzogenen Menschen führen kann. Ihn interessierte
das Individuum. Inspiriert von Rousseau und seinen Theorien, beschäftigt sich Pestalozzi mit
der Natur des Menschen. Die Botschaft von Rousseau lautete: Das Kind hat seine eigene
Welt, wir müssen uns dieser Welt anpassen und es nicht mit Gewalt in die bestehende Welt
einpassen. Auch Montessori sieht im Kind ein einzigartiges Geschöpf und schreibt „Wir
dürfen nicht denken, wir könnten das Kind machen; wenn wir das tun, verderben wir das
göttliche Werk.“ (Montessori, 1979, S.123) Im Gegensatz zu Rousseau, der die menschliche
Natur als gut angesehen hat glaubt Pestalozzi daran, dass die Natur des Menschen schlecht
ist. “…dass es dem Individuum nur durch Erziehung möglich wird, seiner höheren
Bestimmung gerecht werden zu können und in sich selbst das sittliche Leben zu erwecken.“
(Brühlmeier, 2011).

2. Pestalozzis Verdienste in der Pädagogik

Pestalozzi gilt als der Vordenker der Anschauungspädagogik und der sich daraus später
daraus entwickelnden Reformpädagogik. Pädagogisches Ziel für ihn war die umfassende
ganzheitliche Volksbildung und Erziehung, um die Menschen für das selbständige und
kooperative Wirken in einem demokratischen Gemeinwesen zu stärken. Die Eltern sollten in
die Lage versetzt werden, mit dieser Bildung im eigenen Haushalt zu beginnen und ihren
Kindern entsprechende Vorbilder zu sein und gezielt erziehen. Nach Pestalozzi „Es ist
unstreitig, eine solche Anbahnung der Volksbildung würde dahin wirken können, die Kräfte
des häuslichen Lebens zur sittlichen, geistigen und Kunstbildung des Volkes zu stärken und
die Väter und Mütter des Landes fähiger zu machen, ihren Kindern vom Morgen bis am
Abend mit Rat und Tat wirklich beizustehen und in ihrem Tun und Lassen einen wahrhaft
bildenden Einfluss auf sie haben. (…) Sie würde die Kraft des Volks, seine Anlagen im Kreis
der Seinigen zu gebrauchen und sich im Kreis der Seinigen in allen Bedürfnissen selber und
selbstständig helfen zu können, im Volk allgemein beleben und millionenfach erhöhen.“
Pestalozzi ist der Überzeugung dass das Ziel jeder Erziehung die Erziehung zum sittlichen
Menschen sein muss. Denn nur der strebt nach Gutem, überwindet seinen Egoismus, findet
sich in religiösem Glauben geborgen und wird dadurch frei Gutes zu tun und in der Lage sich
selbst zu werden. All dies findet sich schon im Kind von Natur aus, bedarf aber Anregungen
und Unterstützung, benötigt Erziehung und Bildung. Pestalozzi ist davon überzeugt, dass
jedes Kind ein Recht auf Bildung besitzt und Bildung und Erziehung sowohl häuslich als
auch öffentlich stattfinden muss, soll der Erfolg beim Kinde gewährleistet sein. Der Unterricht
muss, so hat er immer wieder geschrieben elementarisiert sein und auf Anschauung
beruhen. Tun und selber handeln müssen in der Bildung seiner Meinung nach gewährleistet
sein. Besondere Beachtung schenkte er der Elementarbildung der Kinder. Einer seiner ganz
großen Verdienste ist aber die Anregung und Gestaltung eines professionellen und
institutionellen Bildungsbegriffs und der Erarbeitung konkreter Methoden.
„Für die Pädagogik hat Pestalozzi vor allem eins geleistet: das Kopf-Herz-Hand-Prinzip. Der
Mensch wird zum Menschen, indem er sein Herz, seine handwerklichen Fähigkeiten und
seinen Geist bildet – das sollte den Menschen schließlich befähigen, sich selbst zu helfen.“
(Dähn, 2010)

Literaturverzeichnis

Adl-Amini, B. (2001). Pestalozzis Welt, Eine Einladung zur Erziehung. Weinheim
und München: Juventa Verlag.
Dähn, V. (6. 5 2010). DRadio Wissen. Abgerufen am 20. 3 2011 von Ein Mann für
Kopf, Hand und Herz: http://wissen.dradio.de/grosse-paedagogen-ein-mann-fuer-
kopf-hand-und-herz.38.de.html?dram:article_id=2604
Montessori, M. (1979). Spannungsfeld Kind-Gesellschaft-Welt. Freiburg: G. Schulz-
Benesch.
Brühlmeier, D. A. (2011). http://www.bruehlmeier.info/index.htm. Abgerufen am
30. 1 2011 von http://www.bruehlmeier.info/erziehung_2.htm
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