Gemeinsam besser

Qualitätszirkel, ein Instrument des Qualitätsmanagement auch in sozialen Einrichtungen

 

Inhalt

1. Qualität, Made in Germany, eine Erfolgsstory von gestern?. 2

2. Qualitätszirkel, Grundlagen und Konzept 4

3. Was versteht man unter einem Qualitätszirkel?. 5

4. Qualitätsmanagement, Qualitätszirkel im pädagogischen Arbeitsbereich. 6

5. Vorgehensweise im Arbeitsprozess eines Qualitätszirkel am Beispiel einer Grundschule  8

6.Welche Themen eignen sich für die Bearbeitung in einem Qualitätszirkel 10

7.Fazit 12

  Literaturverzeichnis. 14

 

 

 

 

1. Qualität, Made in Germany, eine Erfolgsstory von gestern?

 

Qualitätszirkel sind ein Instrument des Qualitätsmanagement mit dem Auftrag in einem Betrieb die Qualität der Arbeit oder der Arbeitsbedingungen zu definieren, sichern, verbessern und oder zu überwachen. In dieser Arbeit wird dieses Instrument näher betrachtet, seine Stärken, Möglichkeiten aber auch seine Schwächen und Grenzen beleuchtet. Um Qualitätszirkel in ihrer Funktion zu begreifen ist es notwendig und dies geschieht zu Beginn dieser Arbeit, auf Qualitätsmanagement im Allgemeinen einzugehen.

Nach dem zweiten Weltkrieg stand Made in Germany für hochwertige Produkte. Die Bundesrepublik Deutschland exportierte Qualitätsware weltweit und der Ruf ihrer Produkte war exzellent. Das Qualitätssiegel Made in Germany entwickelte sich zu einem beliebten Marketinginstrument, denn es stand für perfekte Verarbeitung und zuverlässigen Gebrauch. Dieses nahezu weltweit bekannte Siegel gewährleistete eine hohe Nachfrage an in der BRD[1] produzierter Ware. Die boomende Wirtschaft und das sogenannte Wirtschaftswunder in der BRD haben ihre Wurzeln in der hohen Nachfrage des Weltmarktes an Ware Made in Germany. Mit diesem Hinweis wurde geworben, er sorgte, und dies gilt für viele Branchen auch noch bis heute, für stetige gute Absatzmöglichkeiten. Als Beispiel sei hier der deutsche Anteil am Export des Maschinenbaus weltweit aufgeführt.

„Die Herkunftsbezeichnung “Made in Germany” ist nicht geschützt. Da “Made in Germany” aber in zahlreichen Branchen seit Jahrzehnten als Nachweis besonders hoher Qualität gilt, hat sich die Bezeichnung inzwischen zu einem sehr beliebten und somit oft auch beliebige Marketinginstrument entwickelt“. (Schmieder)

Als Manko erwies sich, dass keine allgemeinen Qualitätsstandarten festgelegt waren und so jeder, qualitätsunabhängig, mit dem Logo, Made in Germany, werben konnte. Auf die Problematik, dass viele Produkte im Laufe der Jahre aus Kostengründen nicht mehr in der BRD, sondern in Billigländer[2] produziert wurden, um anschließend hier in Deutschland verpackt zu werden und  danach als  Made in Germany auf den Weltmarkt zu gelangen, kann hier aus Zeitgründen nicht näher eingegangen werden.

Auch das deutsche Schulwesen stand, nicht erst nach dem zweiten Weltkrieg, für viele Jahrzehnte für Qualität und Effizienz und war  so im Bildungswesen Vorbild für viele andere Staaten weltweit. Auch der Deutsche selbst steht im Ruf günstige Eigenschaften als Arbeiter mitzubringen. Er gilt, so kann man hören, im Ausland als pünktlich, fleißig, genau und zuverlässig. All dies sind optimale Voraussetzungen für ein stetiges Wirtschaftswachstum.

Wie sieht es heute aus? Wir sind immer noch eins der größten  Exportländer weltweit und unsere Güter werden noch immer nachgefragt. Deutschland hat aber ernstzunehmende Konkurrenz erhalten. Japan produziert mit denselben vorhandenen Maschinen und der gleichen Anzahl an Personal effektiver und ausgesprochen solide, zeigt sich näher am Interesse des Marktes und den Bedürfnissen und Wünschen der Kunden. Made in Japan steht heute für hochwertige und innovative Ware, für die die Kunden auch bereit sind mehr zu zahlen.

Unser Schulsystem, so weiß man nicht erst seit Pisa, gehört nicht mehr zu der Elite. Im Gegenteil, nur noch Malta schneidet im Vergleich der einzelnen Schulsysteme in Europa noch schlechter ab als Deutschland. Wie konnte dies passieren? Was hat zu dieser Veränderung geführt? Und welche Möglichkeiten gibt es den Standard der Qualität in der Wirtschaft, aber auch in unserem Bildungssystem zu verbessern?

Hier spielt, darauf wird in dieser Arbeit später eingegangen, Qualitätsmanagement eine entscheidende Rolle. Es ist, dies wird im Hauptteil aufgezeigt, nicht sinnvoll, aus dem Bauch raus so zu handeln wie schon immer gehandelt wurde, ohne über Veränderungen der Anforderungen nachzudenken. Es besteht die Notwendigkeit zu berücksichtigen, dass sich die äußeren wie inneren Bedingungen der Wirtschaft wie auch des Sozialwesens entscheidend verändert haben. Diese Veränderungen gilt es, auch kurzfristig, zu erkennen, zu benennen und bei Entscheidungen zu berücksichtigen. Unser System der Wirtschaft und Bildung muss nach bestimmten Kriterien überprüfbar werden und bestimmte Qualitätsmerkmale erfüllen. Wieweit dies möglich und  in welchen Bereichen hierfür Grenzen liegen, wird in einem späteren Kapitel dieser Arbeit beleuchtet.

In diesem Zusammenhang haben die Qualitätszirkel, als ein Instrument des Qualitätsmanagement der einzelnen Einrichtungen eine große Bedeutung.

 

2. Qualitätszirkel, Grundlagen und Konzept

 

Was zeichnet Qualitätszirkel und Zirkelarbeit aus? Qualitätszirkel sind eine spezielle Form der Zirkelarbeit, die in ihrer Erscheinungsform sehr unterschiedlich aussehen kann, da die Bedürfnisse und Wünsche der einzelnen Branchen und Wirkungsfelder sehr unterschiedlich sind.

„In Zeiten national wie international verschärfter Wettbewerbsbedingungen kommt neben dem Einsatz von modernen innovativen Technologien, der Aktivierung der Motivation und Kreativitätspotentiale der Mitarbeiter eine zentrale Rolle zu. Langfristig wird der Faktor Arbeit, beziehungsweise das Human Kapital, eines Unternehmens immer mehr an Bedeutung gewinnen. Die Annahme und die Auffassung, dass der Erfolg eines Unternehmens hauptsächlich von seinen Mitarbeitern abhängt, gewinnt in der Betriebswirtschaftslehre immer mehr an Bedeutung“ (Tross, 2003, S. 3) Denn die Arbeitnehmer sind die Fachleute für Stärken und Schwächen in ihrem Betrieb.

Qualitätszirkel, findet man ursprünglich im systematischen Qualitätsmanagement. Als Instrument zur Qualitätsverbesserung wurden sie in japanischen Industriebetrieben entwickelt und haben sich dort schon vor vielen Jahrzenten bewährt. Aber nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch im Dienstleistungsbereich, sowie auch im Gesundheitswesen werden Qualitätszirkel praktiziert und haben sich zu einer tragenden Säule in der Qualitätsverbesserung entwickelt. „Auch in Schulen erweisen sich Qualitätszirkel als zeitökonomisches Verfahren zur Lösung konkreter Probleme“ (Schnoor, Lange, & Mietens, 2006, S. 10). „ Die Arbeit in Qualtitätszirkeln kann als eine Form pädagogischer Beratung verstanden werden, bei der das Ziel der Aufklärung und Hilfeleistung zu reflektierter Handlungsfähigkeit im Vordergrund steht“ (Krause, Fittkau, Fuhr, & Thiel, 2003)   (Schnoor, Lange, & Mietens, 2006, S. 11)

„Brisanz hat dieses gemeinsame und unstrittige Ziel in der aktuellen bildungspolitischen Debatte im Anschluss an die jüngsten internationalen Schulleistungsvergleichsstudien (TIMMS, PISA) bekommen Das schlechte Abschneiden bundesdeutscher Schüler in den Schulleistungsvergleichsstudien erhöht die Dringlichkeit, über eine Verbesserung der Arbeit in den Schulen nachzudenken“ (Schnoor, Lange, & Mietens, 2006, S. 1) .

Aber Qualität muss man nicht nur verlangen, es ist auch über die inneren wie äußeren Bedingungen, die zur Verbesserung der Leistungen und Qualität beitragen können nachzudenken und sie umzusetzen. Es ist notwendig, Kriterien zur Qualitätsdefinition festzulegen und auch ihre Durchführung zu überwachen.

3. Was versteht man unter einem Qualitätszirkel?

 

In lernenden Organisationen nehmen heute Qualitätszirkel vielfach eine wichtige Rolle im   Qualitätsmanagement ein. Welchem Konzept folgen diese Zirkel? Hierzu bemerken die Autoren Schnorr, Lange und Mietens  „Qualitätszirkel, auch als Qualitätsteams oder Peer- Review- Gruppen bezeichnet, sind Problemlösegruppen, in denen systematisch und kontinuierlich an einer konkreten Fragestellung gearbeitet wird. Das Ziel dieser Arbeitsgruppen ist die pragmatische Beschreibung, Analyse und Lösung von konkreten beruflichen Alltagsproblemen.“ (Schnoor, Lange, & Mietens, 2006, S. 13). Wer aber ist geeignet, in solch einem Gremium mitzuarbeiten und wie sollte dieses zusammengesetzt sein?   Die Zusammensetzung eines Zirkels richtet sich nach dem zu bearbeitenden Themengebiet. Geleitet wird ein Qualitätszirkel von einem Moderator. Als Mitglieder dieser Gruppe sind alle Mitarbeiter, die sich für diese Aufgabe freiwillig zur Verfügung stellen und Interesse an dem Thema und einer Problemlösung oder der Verbesserung der gegenwärtigen Situation  zeigen, geeignet. Es ist oft auch wünschenswert, institutionsübergreifend dieses Gremium zu besetzten. So kann zum Beispiel zur Problemantik eines fliesenden und stressreduzierten Übergangs der Kinder vom Kindergarten zur Grundschule auch Personal beider Einrichtungen mitwirken, ihre Erfahrungen einbringen und Vorschläge zur Verbesserung der entsprechenden Situation beitragen. Hospitieren in der jeweilig anderen Institution könnte hier auch zum Verständnis der Problematik beitragen und die Arbeit innerhalb des Arbeitszirkels bereichern und ergänzen. Dies kann und soll zu einer verbesserten Kooperation innerhalb der beiden Einrichtungen zum Wohle der Kinder führen. Grundvoraussetzung für eine gelungene, zielorientierte Arbeit in einem Qualitätszirkel ist die Motivation der einzelnen Mitglieder. Vertrauen, Offenheit, Kreativität und ihr Wunsch in diesem Zirkel mitzuarbeiten und dadurch beizutragen, die jetzt bestehende Situation zu einem festgelegten Thema  innerhalb der Institution zu verbessern.  Das Arbeitsklima muss partnerschaftlich sein, alle Mitglieder sind im Qualitätszirkel gleichberechtigt, denn nur so können sich Lern- und Teamfähigkeit entfalten. Hierarchiestrukturen dürfen in der Arbeit des Zirkels keine Rolle spielen, denn Qualitätszirkel sind ihrem Verständnis nach horizontal und kooperativ geplant und durchzuführen. Der Qualitätszirkel muss in den institutionellen Kontext der Einrichtung eingebunden werden, er soll sich als Teil des Qualitätsmanagement  dieser begreifen.   Als Gruppengröße haben sich laut Schnoor, ihrer Erfahrung nach, fünf bis zehn Personen bewährt, da diese Größe der Gruppe die effektivsten Arbeitsmöglichkeiten ergeben.  (vgl. Schnoor…eben diese S.13)

 

4. Qualitätsmanagement, Qualitätszirkel im pädagogischen Arbeitsbereich

 

Qualitätsmanagement im Bereich der Kindertagesstätten, sowie dem offenen und gebundenen Ganztagsbereich der Grundschulen in Deutschland, ist seit einigen Jahren in den pädagogischen, sowie den politisch- administrativen Debatten nicht mehr wegzudenken. Nicht erst seit dem Ergebnis der PISA-Studie war zu erkennen, dass das deutsche Bildungs- und Erziehungssystem reformiert werden musste. Da gerade die ersten Lebensjahre eines Kindes prägend und von großer Bedeutung für seinen weiteren Lebensverlauf sind, ist es offensichtlich, welchen Stellenwert eine bestmögliche Erziehung und Bildung in dieser Zeit darstellen. Qualität einer Arbeit, und dies gilt sowie für die Wirtschaft als auch für den sozialen Bereich, müssen entwickelt, gesichert und evaluiert werden.  „Gesetzliche Anforderungen und die Bedürfnisse des Kunden machen Qualität zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor“ (Loffing, 2005, S. 5). Die Befürworter der Einführung des Qualitätsmanagement zweifeln nicht an der Wirksamkeit dieses Instruments und setzen hohe Erwartungen  in diese Maßnahme. Die Evaluation der Qualität der geleisteten Arbeit ist aber im sozialen Bereich, in der Pflege, sowie in der Erziehung und Bildung nicht ohne weiteres durchzuführen. Welchen Stellenwert hat, so muss man fragen, hat hier die persönliche Zuwendung, die individuellen Bedürfnisse der Patienten sowie der Kinder?   Der äußere Rahmen der vorgefundenen Bedingungen der Kinder wie Hygiene, Essensqualität, Räumlichkeiten, Außengelände der Einrichtung  kann nach einem festgelegten Kriterienkatalog überprüft und bewertet werden. Die persönliche Zuwendung und das Engagement der Mitarbeiter sind aber nur schwerlich mit Hilfe einer Skala eines Beurteilungsbogen für eine Aussage über einen längeren Zeitraums zu erfassen. Die zwischenmenschlichen Situationen, Beziehungen, Verbindungen zwischen Erzieher und Kind, dieses, hoffentlich positive, gelungene Wechselspiel zwischen Beiden ist in hohem Maße Grundlage für erfolgreiches Lernen der Kinder und grundsätzlich förderlich für deren  Entwicklung. Ist es also nicht möglich, die pädagogische Arbeit eines Erziehers zu bewerten? Hier bietet sich ein Blick auf das zu begleitende, zu bildende und zu erziehende Kind an. Fühlt es sich in der Einrichtung wohl, werden seine Wünsche und Interessen wahrgenommen und unterstützt, wird es gefördert und gefordert? Findet eine, für das Kind, positive Entwicklung statt. Dies sind nur einige der Kriterien, die zur Beurteilung der Situation dienen. Christof Beckmann moniert in seinem Buch Qualitätsmanagement und soziale Arbeit „ Professionelles Ermessen wird ersetzt durch mechanisches Abarbeiten von vorgegebenen nicht mehr reflexiv einzuholender Standards“ (Beckmann, 2009, S. 131)

Qualitätsmanagement  bietet die Möglichkeit Institutionen der Kinderbetreuung und -förderung in ihrem äußeren Bild und Gegebenheiten zu vergleichen. Dies schafft für Eltern die Möglichkeit,  gezielt nach eigenen Vorstellungen und Wünschen für ihr Kind die geeignete Einrichtung zu finden. Qualitätssiegel und Qualtätsbewertungen  sind also  Instrumente des Vergleichs, häufig zur Auswahl von sozialen Einrichtungen. Da aber jedes Kind, neben grundsätzlichen Bedürfnissen, wie den Wunsch nach Geborgenheit und Sicherheit, in seiner Individualität auch persönlichkeitsspezifische Interessen zeigt  und hierfür Hilfestellungen und Unterstützung benötigt, wird ein objektives Urteil über die Qualifizierung des Personals einer solchen Einrichtung schwierig.

In welchem Masse ist es also möglich Qualität des Personals zu überprüfen. Klar belegbar ist die pädagogische Ausbildung der Erzieher. Ein Kriterium ist auch der Umfang an Fort- und Weiterbildungen, die von den Erziehern in dem Hause absolviert werden. Hier sind aber auch kritisch das Angebot und das Niveau  der Fortbildung zu hinterfragen. Ein anderer Punkt ist die interne Evaluation mit ihren Instrumenten der Qualitäts-entwicklung und Qualitätssicherung. Hier erscheint der Qualtitäszirkel eine gewichtige Rolle spielen zu können.  Hierauf wird im folgenden Kapitel näher eingegangen. Wie engagiert das Personal einer Einrichtung ist, hängt auch im hohen Masse von den Arbeitsbedingungen ab. Wie ist das Arbeitsklima, wie hoch die Belastung der einzelnen Mitarbeiter, in wieweit findet Anerkennung für gute Arbeit statt? Wieweit kommt der Träger seiner Fürsorgepflicht seinen Angestellten gegenüber nach? Das Thema Gesundheit in der Kindereinrichtung ist zu kurz gegriffen, beinhaltet es nur die Gesundheit der betreuten Kinder und nicht auch die Gesundheit der Erzieherinnen. Nur wer nicht durch Arbeitsbedingungen krank wird, sich auf seinem Arbeitsplatz auch unter schwierigen Bedingungen  wohl fühlt, ist in der Lage positive Signale an die Kinder zu senden und sie in ihren Bedürfnissen anzunehmen und zu fördern.

5. Vorgehensweise im Arbeitsprozess eines Qualitätszirkel am Beispiel einer Grundschule

 

Nach Ansicht von Schnoor…durchläuft die Arbeit eines Qualitätszirkels sechs Schritte, die aufeinander folgend aufbauen.

  1. Themenwahl
  2. Dokumentation der Realität
  3. Analyse der Realität
  4. Formulierung der Ziele
  5. Planung und Umsetzung der Veränderung
  6. Erfolgskontrolle

 

Üblicherweise steht vor der Gründung eines Qualitätszirkels das entsprechende zu bearbeitende  Themengebiet fest. Zu Beginn der Arbeit des Zirkels erscheint es nötig, sich konkret  darüber zu verständigen, welche Problematik und welche Fragestellung  Inhalt der Arbeit der Gruppe sein werden. Welches Ziel wird angestrebt und welche Personen, intern und extern, erscheinen geeignet und interessiert daran, im Zirkel mitzuarbeiten. Als zweiten Schritt schlägt Schnoor die Dokumentation des Jetzt- Zustandes vor, um so die Syndrome in ihrer Vielfältigkeit und Häufigkeit zu erfassen. Diese Dokumentation dient auf der einen Seite zu einer Ist- Analyse der Ausgangssituation, soll auf der anderen Seite  Anhand diese Ausgangssituation Veränderungen und erreichte Ziele durch die Arbeit des Qualitätszirkels deutlich nachvollziehbar und erkennbar machen. Der dritte Schritt befasst sich mit der Problemanalyse.  Hier werden nach den Ursachen der auftretenden Probleme gesucht, Zusammenhänge erkannt, Informationen zu dem Thema eingeholt, Experten zu dem Problem befragt. Alle zur Verfügung stehenden Informationen zur Problematik gesammelt und geordnet. Einzelbereiche werden gewichtet und in Verbindung zueinander gesetzt. In diesem Schritt schlägt Schnoor vor, eine konkrete Fragestellung zur Problematik zu stellen. Im Anschluss daran werden im Schritt vier die Zielvorstellungen des Qualitätszirkels zum Bearbeitenden Thema formuliert und Bedingungen formuliert. Um eine Überprüfung der Erreichung der gesteckten Ziele zu ermöglichen, werden Integratoren und Kriterien der Zielerreichung formuliert. Der Punkt fünf  in der Vorgehens-weise eines Qualitätszirkels beschäftigt sich mit der Problemlösung. Möglich ist in einem Brainstorming alle kreativen denkbaren Lösungsansätze zu sammeln. An dieser Stelle sind die Mitarbeiter, die Experten in dieser Problematik  sind, gefragt. Ihre Erfahrungen, Ideen und Vorschläge haben hier ein ganz besonderes Gewicht, Sie sind an ihrem  Arbeitsplatz in der Regel häufig mit dem auftretenden Problem konfrontiert und mit der Problematik vertraut. Hier liegt ein wesentlicher Vorteil der Arbeit eines Qualitätszirkels. Die Betroffenen und Interessierten sind persönlich an der Lösung und Verbesserung der Situation interessiert.  In dieser Phase der Arbeit des Zirkels wird nach der Sammlung von Ideen zur Lösung eine Auswahl an machbaren Lösungen getroffen. Eine Analyse möglicher zu erwartender  Hemmnisse hilft zu erwartende Probleme rechtzeitig zu erkennen und schon im Vorfeld geeignete Schritte einzuleiten. Ein ganz wesentlicher Schritt in dieser Phase ist das Anlegen eines verbindlichen Arbeitskatalogs mit fester Zuweisung der zu erledigenden Tätigkeiten und eines festen Datums der Fertigstellung. In der Umsetzungsphase erhalten die  Teilnehmer des Zirkels Zeit und, wen benötigt Unterstützung um ihren übernommenen Part der Arbeitstätigkeiten zu erledigen.

Im letzten Schritt der Arbeit des Qualitätszirkels wird die Wirksamkeit der eingeleiteten Schritte und die Erreichung des Ziels oder  zumindest die Reduzierung des Problems eingetreten sind. Kann diese Frage bejahrt werden, ist die Arbeit des Zirkels abgeschlossen. Ergibt die Dokumentation kein befriedigendes Ergebnis ist es nötig, die Arbeit des Qualitätszirkels ab Phase zwei wieder zu beginnen. Hierbei kann es notwendig werden weitere Fachleute zu diesem Thema für die Arbeit im Zirkel zu gewinnen. (Vgl. Schnoor at all, 2006, S.15 ff)

Abschließend ist hier zu vermerken: „Qualitätsförderung ist prinzipiell ein dauernder Prozess, in dem nach und nach alle Schwachstellen einer Institution angegangen  und auf immer höherem Niveau gelöst werden“ (Schnoor, Lange, & Mietens, 2006, S. 18). Dies verlangt einen kontinuierlichen Umgang mit dem Thema Qualtiätsverbesserung und – sicherung.

 

6.Welche Themen eignen sich für die Bearbeitung in einem Qualitätszirkel

 

Grundsätzlich eignen sich alle Themen zur Bearbeitung in einem Qualitätszirkel, da das Konzept der Zirkelarbeit einen weiten Rahmen steckt. So empfiehlt Schnoor et all, Themen zu bearbeiten, die für das Team von großem Interesse sind, sowie Themen, bei denen das Team eine Verbesserung der bestehenden Situation wünscht. Generell also  Bereiche, die im Alltag der Einrichtung von den Kollegen oder auch den Eltern, der Leitung oder dem Träger als verbesserungswürdig empfunden wird. Diese Themen können das Konzept der Einrichtung, sein Leitbild, die pädagogische Arbeit, die Gesundheitsvorsorge innerhalb der Einrichtung für die Kollegen, die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter der Einrichtung,  die Öffentlichkeitsarbeit, die Elternarbeit, die Raumausstattung, der Umgang mit schwierigen Kindern, Zusammenarbeit mit externen Partner der Einrichtung, stessreduzierter Übergang von der Kindergarteneinrichtung zur Schule, sein. Themen können auch Institutsübergreifende,  wie die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und  der Schule beinhalten. Empfehlenswert ist bei der Auswahl des Bereichs, dieses nicht zu allgemein und umfangreich zu wählen, da hier der Arbeitsaufwand das Team des Zirkels zeitlich wie auch arbeitsaufwendig  überfordern kann. Bewährt hat sich hier nach Schnoor  KISS (Keep it small and simple). Das zu bearbeitende Problem muss für die Mitglieder des Zirkels von zentraler Relevanz sein, häufig auftreten, sowie klar abgrenzbar sein und es muss Möglichkeiten der Verbesserung der Situation bieten. Vor der Einrichtung eines Qualtitäszirkel kann in der Vorbereitungsphase, hier seien Supervision, Fortbildung, Forschungs-und Selbsthilfeaspekte als Beispiel genannt,  die Themen des Zirkels festgelegt  werden. An dieser Stelle steht  die Entlastung der Mitarbeiter im Vordergrund. Hier können die Mitglieder des  Qualtitäszirkel erfahren, dass ihr Problem auch von anderen Pädagogen als Problem empfunden wird. Durch ihre Mitarbeit im Zirkel können sie aktiv zur Lösung und Verbesserung beitragen und ihre Erfahrungen und Ideen einbringen. Sie haben im Zirkel die Möglichkeit  aus ihrer passiven Situation des Unbehagens durch eigenes Mittun die entsprechende Situation zu verändern. Dies stärkt das Selbstvertrauen der  Teilnehmern und schafft die Grundlagen auch bei anderen auftretenden Problemen die Lösungsstrategie  Qualtitäszirkel anzu-wenden. Die Arbeit im Zirkel birgt auch die Chance den Zusammenhalt im Team zu verbessern. Die einzelnen Mitglieder erleben ihre Möglichkeit des Einflusses auf Gegebenheiten der Einrichtung, dies kann sich positiv auf ihr Engagement auch bei zukünftigen Projekten auswirken. Mitgestaltung und Mitbestimmung zu inhaltlichen Fragen sind wesentliche Punkte, die zur Zufriedenheit der Arbeitssituation führen können. Durch die Mitarbeit auch externer Fachleute vergrößert sich der Wissens- und Informationstand der teilnehmenden Kollegen  zu dem entsprechenden Thema. Dies kann zu einer veränderten Sichtweise auf bestimmte Themen in einem dadurch größeren Kontext zur Folge haben. Die Arbeit im Qualtitäszirkel kann, wenn institutsübergreifend, zur Vernetzung auch in anderen Themenbereichen führen. Die Erfahrungswerte und Lösungsstrategien einer Einrichtung können sich als  hilfestellend für eine andere Einrichtung erweisen, die Zusammen- und Zuarbeiten einer Institution mit gleicher oder vergleichbarerer Problematik kann zum sparsamen Umgang mit der Ressourcen Arbeitszeit führen.

 

7.Fazit

 

Qualtitäszirkel sind ein effektives Instrument der Qualitätsverbesserung und auch  der -sicherung  und verdienen als Instrument des Qualitätsmanagement auch Beachtung im sozialen Bereich.  Durch Zirkelarbeit wird das Wissen und die Erfahrung der unmittelbar Betroffenen genutzt und diesen die Möglichkeit gegeben aktiv an der Lösung eines Problems mitzuwirken. Die Teilnehmer des Zirkels erfahren, dass ein von ihnen empfundene Gegebenheit auch von den anderen Mitarbeiter des Zirkels als verbesserungswürdig  angesehen wird. Die Mitglieder des Zirkels lernen durch ihre Arbeit in diesem Gremium arbeitsteilig ein Problem zu lösen oder eine Situation zu verbessern. Dies kann, wenn die Arbeit erfolgreich war, sich auch hilfreich auch für andere Arbeitsgebiete erweist. Motivation zur Zirkelarbeit ist ein wesentlicher Garant für eine erfolgreiche Arbeit in diesem. Motivation wird sich aber nur dann auf Dauer zeigen, wenn eine Gruppe im Zirkel auch eine Veränderung zum Positiven bewirken kann, also auch realistisch eine Verbesserung möglich ist. Hier können sich nicht nur strukturelle, sondern auch organisatorische, personelle oder ökonomische Gegebenheiten als Hindernisse erweisen. Ein geplanter und gewünschter Smooselraum als Rückzugsort für Kinder kann so unter Umständen bei einer plötzlichen Haushaltssperre auf absehbare Zeit nicht verwirklicht werden. Der Zeitfaktor erweist sich als wichtiger Pfeiler für die Arbeit im Zirkel. Nur, wenn für diese Arbeit genügend Zeit eingeplant und zur Verfügung  gestellt wird und so die Arbeit der Kollegen in diesem Gremium nicht auf Kosten  der Arbeitsanforderungen der anderen Kollegen verwirklicht wird, wird dieses die Akzeptanz und Unterstützung des Teams erfahren. Nach der Arbeit im Zirkel müssen die Ergebnisse dieses umgesetzt werden, hier zeigt sich ob es möglich ist, die Betroffenen der Einrichtung zu Veränderungen zu motivieren und zu gewinnen. Denn, der Erfolg eines Qualtitäszirkel wird an den umgesetzten Ergebnissen bemessen. Aber „Qualtitäszirkel dürfen keine begrenzte Institution sein, sondern müssen sich zu einem festen Bestandteil der Qualitätssicherung entwickeln.“ (Loffing, 2005, S. 109) Auch andere Instrumente der Qualitätsentwicklung und –Sicherung haben ihre Berechtigung und verdienen Beachtung.

 

Literaturverzeichnis

 

Beckmann, C. (2009). Qualitätsmanagement und soziale Arbeit. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Krause, Fittkau, Fuhr, & Thiel. (2003). Pädagogische Beratung. Paderborn: Schöningh.

Loffing, C. (2005). Qualitätszirkel erfolgreich gestalten. So nutzen Sie die Kreatitivität Ihrer Mitarbeiter. Stuttgart: W. Kohlhammer.

Schmieder, G. (kein Datum). Ja zu Deutschland e.. Abgerufen am 23. 12 2011 von http://www.ja-zu-deutschland.com/index.php?id=53

Schnoor, H., Lange, C., & Mietens, A. (2006). Qualitätszirkel, Therorie und Praxis der Problemlösung an Schulen. Paderborn: Schöningh.

Tross, O. (2003). Qualitätszirkel als Form der Arbeitsorganisation: Planung und Gestaltung von Qualitätszirkeln als Variante der Teamarbeit in Unternehmen. Norderstedt: GRIN Verlag.

 

 



[1] BRD steht für Bundesrepublik Deutschland

[2] Hier ist der Stundenlohn niedriger, die Energiekosten günstiger, daher kann finanziell günstiger, Umsatz orientierter produziert werden.

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