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Kinder und Technik – Versuche zum Thema Erde

Ulla

Kinder und Technik, Versuche zum Thema Erde

Einleitung

Der Mensch ist ein Mangelwesen, ihm fehlt es an allem, was ein Bestehen der Gattung Mensch über einen langen Zeitraum sicherstellt. Er hat keine schnellen Beine wie der Gepard, er kann nicht von Natur aus fliegen und länger tauchen, seine Sinnesorgane sind nicht hervorragend ausgebildet, seine Instinkte nicht gut ausgeprägt. Aber, er hat ein Gehirn, was sich, so kann man vermuten, durch diesen Mangel an Möglichkeiten und Können immer weiter entwickelt hat, um die körperlichen Manko auszugleichen. Der Mensch hat Techniken und Technik entwickelt, um in einer, für ihn unwirklichen Welt überleben zu können. Er hat das getan, was er am besten kann, denken, um auf diesem Wege Lösungen für anstehende Probleme zu finden. Er hat seine Umwelt während der Zeit seiner evolutionären Entwicklung nach und nach an seine Bedürfnisse angepasst, Hütten gegen Kälte, Hitze und Feinde gebaut, Werkzeug geschaffen, Tiere als Nahrung gehalten, Landschaften gestaltet und immer effizienteren Möglichkeiten zur Erleichterung seines Alltags gefunden. Technik und erlernte Techniken sind mit entscheidend für das, was der Mensch heute ist und kann. Angetrieben hierbei wurde der Mensch durch Neugierde und den Ehrgeiz. Diese Neugierde steckt in uns allen, aber vor allem Kinder zeichnen sich durch Wunsch aus, ihre Umwelt erfassen und auch verstehen zu wollen. Je älter die Kinder sind, je aktiver möchten sie ihre Umwelt, auch die erweiterte Umwelt mit gestalten und verändern. Dieser Drang der Kinder Naturzusammenhänge aus der Biologie, der Physik und Chemie kennenzulernen, verstehen zu wollen und für ihre Zwecke zu nutzen zeigt sich schon bei kleinen Kindern. Eine Möglichkeit diesem Bedürfnis der Kinder entgegen zu kommen, ist das Experimentieren mit den Elementen.
Hauptteil
Um Kindern der Altersstufe 8-10 das Thema Technik, dass unser Leben maßgeblich prägt, nahe zu bringen, wird exemplarisch für die Elemente dieser Erde das Element Erde gewählt. Der Versuchs- und Experimentieraufbau ist so gestaltet, dass neben den angebotenen Versuchen auch noch Möglichkeiten von kreativen Eigenversuchsaufbauten bestehen. Bereitgestellt wurden Materialien, die für einen Bau einer Sanduhr geeignet waren, sowie Ton und Werkzeug zum Bearbeiten, sowie zufällig gewählte Gegenstände. Die systemische Perspektive umfasst sowohl das Individuelle als auch das Mikro- und Makrosystem, denn die Bedeutung für den Einzelnen, wie auch für die Gesellschaft in der das Kind lebt, sowohl für die ganze Welt wird den Kindern vermittelt. Alleine, in Zweier- oder größeren Gruppen, je nach Wunsch der Kinder, erfahren sie durch Versuche und Experimenten physikalische Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten für verschiedene Erden. Mit all ihren Sinnen sollen sie diese Experimente durchführen, denn Erde kann man fühlen, riechen, rieseln hören, schmecken, sehen. Im Aufbau der Gruppe wurden Jungen wie Mädchen berücksichtigt, denn das Thema Technik betrifft und interessiert beide Geschlechter und beide Gruppen benötigen gleichermaßen Erfahrungen im naturwissenschaftlichen und technischen Bereich, um diese Welt und ihre Funktion zu verstehen und Wert zu schätzen. Der Erzieher gibt zu Beginn der Aktivität eine Einführung in das Thema Technik und Erden, sowie eine kurze historische Information zu Technik und bietet seine Hilfe bei auftretenden Fragen und Problemen, soweit sie nicht in der Gruppe zu lösen sind, an. In die Forschungssituation greift er aber nicht ein, er hat nur eine beratende, begleitende und keine leitende Funktion. Er stellt die Gegenstände zur Durchführung der Experimente zur Verfügung, gibt aber nicht ein wünschenswertes Ergebnis dieser Aktion vor. Es liegt in den Händen der Kinder, sich während der Aktion abzusprechen, gegenseitig Vorschläge zu unterbreiten und Hilfestellungen zu leisten. Auch die Ergebnisse und Erkenntnisse durch die Versuche sollen die Kinder untereinander austauschen. Durch die Experimente werden Zusammenhänge der Technik mit Hilfe der Erden veranschaulicht und zu einen Erfahrungsgewinn führen. Der Teamgeist in der Gruppe gestärkt und die Zusammenarbeit gefördert. Die Kinder sollen eigene Fähigkeiten entdecken und dadurch mutiger und selbstbewusster in die Zukunft gehen. Die Freude am Umgang mit Technik und an der Entdeckung von Zusammenhängen und Eigenschaften der Natur geweckt, neue Interessensfelder entdeckt werden. Die Kinder erfahren Wissen über das Element Erde und dessen Einsatz in Technik und Techniken. Die Phantasie und Kreativität wird gefördert und auch die Möglichkeit von Experimenten als Form des Lösungsversuchs, Wissen durch Ausprobieren zu erlangen, erkannt. Sie sollen Spaß und Freude bei der Durchführung der Versuche erleben, um so auch langfristig Interesse an diesem Thema zu erhalten. Durch Rücksichtnahme, Hilfestellungen und Anregungen untereinander erfahren sich die Kinder als Teil einer funktionierenden Gruppe und trainieren so ihr Sozialverhalten. Sie profitieren von Wissen und Erkenntnissen ihrer Mitschüler in dem Experiment und lernen sich an Absprachen und Vereinbarungen innerhalb einer Gruppe zu halten. Sie erfahren etwas über die Struktur der benutzen Stoffe, über ihre physikalischen Eigenschaften. Die Kinder lernen während der Versuche Gewichte, Größen, Volumen und Zeit einzuschätzen und zu messen. Die Selbständigkeit der Kinder wird, da sie die Experimente autark durchführen, gefördert. Sie sollen, soweit es ihnen möglich ist, selber nach Lösungen bei auftretenden Problemen suchen, lernen auch zu improvisieren, durch ausprobieren Lösungsmöglichkeiten finden und andere Kinder um Hilfe zu bitten. Durch die Versuche erkennen und erlernen die Kinder Ursachen- und Wirkungszusammenhänge umso für ähnliche Situationen gerüstet zu sein.
Reflexion
Nach einer allgemeinen Einführung zu dem Thema Technik und Techniken im Seminar Welt und Umwelt, wobei Informationen über die Bedeutung des Begriffs, über den Einsatz von Technik im täglichen Leben, den Ursprung der Technik geschichtlich gesehen, kritische Betrachtung von Technik, Einsatz von Techniken, mit Hilfe einer Powerpointpräsentation vermittelt wurden. Nach dem Aushändigen eines Reisepasses zur Insel der Technik begaben sich die Teilnehmer zu ihrer Anfangsstation. Der Versuchsort, eine Technikinsel, setzte sich aus vier Stationen zusammen, an denen die Teilnehmer altersabhängig Ihre Kenntnisse über Technik und Techniken mit Hilfe der Elemente Feuer, Luft, Wasser und Erde erweitern bzw. Grundlagen darüber erlangen konnten. Bis zu sechs Personen gruppierten sich um die Stationen um dort in zehn Minuten etwas über den Zusammenhang des betreffenden Elements mit Technik zu erfahren. Nach den zehn Minuten wechselten die Teilnehmer die Station, sodass nach ca. vierzig Minuten alle Teilnehmer alle vier Stationen durchlaufen hatten. Im Anschluss daran stand den Teilnehmern noch Zeit zur Verfügung, um ihre Eindrücke mitzuteilen und Fragen und Anregungen zu geben. Teilnehmer dieser Forschungsreise waren die Mitstudenten des Seminars, Reiseleiter die vier Betreuer der Forschungsstationen.
Die Vermittlung des Themas Technik mit Hilfe des Elements Erde erwies sich als geeignet. Das Interesse an dem Thema und an den Materialien war groß. Die angebotenen Materialien wurden interessiert angenommen und sofort bearbeitet. Die Kommunikation spielte während des Experiments eine große Rolle, die Forscher tauschen sich ständig aus, gaben sich gegenseitig Ratschläge und stellten ihre geschaffenen Produkte den anderen am Tisch vor. Die Teilnehmer waren mit viel Phantasie und Spaß bei der Sache und zeigten sich an den physikalischen Eigenschaften der Erden und ihrer Gestaltung interessiert. Gelang etwas nicht sofort wurde ausprobiert und um Hilfe gebeten.
Neben vielen Experimenten, bei denen sich die Teilnehmer kreativ und aktiv zeigten, angeboten wurde ein Versuchsaufbau einer Sanduhr und plastisches Gestalten mit Ton zeigte sich, dass die Kinder auch eigene Ideen zum Thema umzusetzen wünschten.

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